Was ist eine Psychotherapie?

Psychotherapie ist eine Behandlung von psychischen („seelischen“) Erkrankungen mithilfe von wissenschaftlich anerkannten Verfahren, Methoden und Techniken. Grundsätzlich beruht die ambulante Psychotherapie bei mir auf Freiwilligkeit des Kindes oder des Jugendlichen. Eine ambulante Psychotherapie kann als Einzeltherapie, in einer Gruppe oder als Kombination von Einzel- und Gruppenpsychotherapie durchgeführt werden. 

Eine Psychotherapie kann nur beantragt und durchgeführt werden, wenn die Problematik tatsächlich auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen ist und diese mittels Psychotherapie geheilt oder gelindert werden kann.

Was kostet eine Psychotherapie?

Für Versicherte in einer gesetzlichen Krankenkasse entstehen keine Kosten für die Krankenbehandlung. 

Für Privatversicherte ist die vorherige Kontaktaufnahme zur Krankenversicherung seitens des Patienten oder der Familie notwendig, um den Rahmen der Übernahme der Kosten zu erfahren. Es können Kosten im Rahmen von Eigenbeteiligung entstehen.

Selbstzahler zahlen die gesamten Kosten der Behandlung gemäß der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP) eigenständig.

Was ist ein (Kinder- und Jugendlichen) Psychotherapeut?
 
Die Berufsbezeichnung "Psychotherapeut/in" ist in Deutschland rechtlich geschützt und darf ausschließlich von Personen geführt werden, die eine entsprechende Approbation abgelegt haben. 
Die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten umfasst ein drei- bis sechsjähriges Studium der Pädagogik, Sozial- oder Erziehungswissenschaften oder Psychologie und eine anschließende drei- bis fünfjährige Fachweiterbildung im entsprechenden Richtlinienverfahren (analytische Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder Verhaltenstherapie).
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten dürfen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene vom 1. bis zum 21. Lebensjahr behandeln. Eine bereits begonnene Psychotherapie darf auch über das 21. Lebensjahr hinaus weitergeführt werden. Der regelmäßige Einbezug der Eltern oder anderer Bezugspersonen ist - abhängig vom Alter der Patienten - Teil der Behandlung.

Ambulante, stationäre und teilstationäre Psychotherapie

Psychische Probleme können sowohl in einer ambulanten Psychotherapie, als auch in einer stationären Psychotherapie, also in einem Krankenhaus oder einer Reha-Klinik, behandelt werden. 

Eine ambulante Psychotherapie findet in der Regel zu Beginn einmal pro Woche statt und beinhaltet häufig auch Aufgaben und Übungen für zu Hause. Tritt eine Verbesserung des Befindes ein, können die Termine auf bspw. alle zwei oder alle vier Wochen ausgeweitet werden.

Bei schwerer und/oder langanhaltender Symptomatik, die ein Zurechtkommen im Alltag deutlich erschwert und/oder wenn der Wunsch nach Abstand vom belastenden Alltag besteht, gibt es auch die Möglichkeit der stationären Behandlung. 

Des Weiteren kann auch eine teilstationäre Behandlung in einer Tagesklinik möglich sein. Diese besucht man in der Regel jeden Werktag von morgens bis nachmittags und verbringt die Abende und das Wochenende zu Hause.

Wann sollte ich mir Hilfe suchen?

Das Erleben von Belastungsfaktoren ist von Mensch zu Mensch verschieden. Manche Menschen sind sehr robust, andere sind sensibler. Ab wann es sinnvoll ist, sich Hilfe zu suchen ist also nicht vergleichbar und muss jeder für sich selbst entscheiden.
Vielleicht können Dir ein paar Fragen bei der Entscheidung helfen:

Erlebst Du Dich aufgrund Deiner Gefühle, Gedanken oder Deines Verhaltens als sehr belastet?

Halten Deine Beschwerden schon länger an und/oder werden schlimmer?

Halten Dich Deine Beschwerden davon ab, Dein Leben so zu gestalten wie Du es möchtest?

Leiden Deine Freundschaften/Beziehungen?

Äußerst sich Dein vertrautes Umfeld besorgt oder bemerkt, dass Du Dich verändert hast?

Erlebst Du selbst Veränderungen, die Du allein nicht bewältigen kannst?

..wenn Du eine oder mehrere Fragen mit "Ja" beantwortest, kann es sinnvoll sein, Dir professionelle Hilfe zu zu suchen.

Wie erhalte ich einen Psychotherapieplatz?

Wenn Du eine oder mehrere Fragen mit "Ja" beantworten konntest, sollte eine weitere Abklärung folgen.
Dies geschieht im ersten Schritt in der sogenannte "psychotherapeutische Sprechstunde". Sprechstundentermine können in der Regel kurzfristig angeboten werden und verpflichten nicht zur Aufnahme einer Psychotherapie oder der Wahrnehmung von Folgeterminen. Die Sprechstunde ist also super zum unverbindlichen Kennenlernen, denn ganz wichtig ist auch, dass der Therapeut oder die Therapeutin zu Dir passt und Du Dich wohl fühlst.

Ergibt sich aus der Sprechstunde, dass die Problematik vermutlich auf einer psychischen Erkrankung beruht, so folgt - leider nach weiterer Wartezeit - eine ausführliche Diagnostik zur endgültigen Abklärung. Die Diagnostik wird mit Hilfe von verschiedenen Fragebögen, aber auch durch Gespräche und Beobachtungen in der Praxis durchgeführt. Wird eine psychische Erkrankung diagnostiziert und stimmt auch die Chemie zwischen Psychotherapeut und und Dir, wird ein Antrag auf Psychotherapie bei deiner Krankenkasse gestellt.

Müssen meine Eltern einer Psychotherapie zustimmen?

In Deutschland dürfen Jugendliche ab ihrem 15. Geburtstag ohne Einwilligung der Eltern eine Psychotherapie bei ihrer Krankenkasse beantragen. 

Bei Kindern und Jugendlichen die jünger sind, ist die schriftliche Einwilligung aller sorgeberechtigten Personen notwendig.

Verhaltenstherapie? Mein Verhalten ist doch okay - mir geht es nur nicht gut, weil..

Der Begriff der Verhaltenstherapie ist leider etwas irreführend. Tatsächlich geht es nicht darum, das grundlegende Verhalten an sich zu verändern, sondern den Umgang mit etwaigen Belastungsfaktoren. Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass psychische Beschwerden das Ergebnis von bewussten und nichtbewussten Lernprozessen sind. Daher wird zunächst gemeinsam erarbeitet, welche Bedingungen in der Lebensgeschichte und auch aktuell zur Entstehung und Aufrechterhaltung der psychischen Symptomatik beigetragen haben und weiter wirksam sind. Ziel ist die aktive Veränderung des bspw. vermeidenen, negativen oder nicht hilfreichen Handelns, Denkens und auch Fühlens. Dabei werden die bereits vorhandenen Stärken und Fähigkeiten herausgearbeitet und für den Veränderungsprozess nutzbar gemacht. Treffender ist daher der Begriff der "kognitiven Verhaltenstherapie". Durch gedankliche Umstrukturierung entsteht eine Möglichkeit zur Selbsthilfe sowie die (Re-) Aktivierung der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Bewältigung von Problemen und Veränderung von Herangehensweisen.